Frauen nach den Wechseljahren

Frauen nach den Wechseljahren: Wenn die spirituelle Weiblichkeit plötzlich endet – oder doch nicht?

Frauen nach den Wechseljahren: Wenn die spirituelle Weiblichkeit plötzlich endet – oder doch nicht?

Na, worauf warten wir eigentlich?

Heute habe ich wieder einen Artikel in einer Frauenzeitschrift gelesen.

Es ging um den weiblichen Zyklus. Um die Kraft der Gebärmutter. Um die vier Phasen des Zyklus. Um weibliche Energie, Rituale und die tiefe Verbindung zu sich selbst.

Und während ich las, stellte sich mir eine Frage, die mir schon lange durch den Kopf geht:

Wo bleiben wir eigentlich?

Wir Frauen nach den Wechseljahren.

Wir Frauen, deren Gebärmutter keinen Zyklus mehr hat.

Wir Frauen, die längst in einer anderen Lebensphase angekommen sind.

Wenn Weiblichkeit an den Zyklus geknüpft wird

Versteh mich nicht falsch.

Ich finde es wunderbar, wenn Frauen ihren Körper besser verstehen lernen. Wenn sie lernen, auf ihre Bedürfnisse zu hören und sich selbst wichtiger zu nehmen.

Was mich jedoch immer wieder irritiert, ist etwas anderes.

In vielen Artikeln, Seminaren und Workshops scheint Weiblichkeit eng mit dem Zyklus verbunden zu sein.

Da geht es um PMS, Fruchtbarkeit, Kinderwunsch oder hormonelle Schwankungen.

Aber inzwischen geht es oft um noch mehr.

Um den spirituellen Zyklus.

Um die heilige Gebärmutter.

Um die besondere weibliche Kraft, die sich jeden Monat in den vier Zyklusphasen entfalten soll.

Und genau da fühle ich mich manchmal unsichtbar.

Denn was bedeutet das für uns Frauen, deren Gebärmutter längst keinen Zyklus mehr hat?

Sind wir jetzt weniger verbunden mit unserer Weiblichkeit?

Weniger spirituell?

Weniger intuitiv?

Weniger wertvoll?

Hat unsere Seele plötzlich ein Ablaufdatum?

Manchmal könnte man fast diesen Eindruck bekommen.

Als würde die wichtigste Zeit einer Frau zwischen der ersten und der letzten Menstruation stattfinden.

Als würde danach etwas fehlen.

Doch wenn ich mich umschaue, sehe ich etwas völlig anderes.

Ich sehe Frauen über 50, 60 und 70, die mutiger werden.

Frauen, die sich neu erfinden.

Frauen, die endlich ihre Träume leben.

Frauen, die ihre Wahrheit aussprechen.

Frauen, die aufhören, es allen recht machen zu wollen.

Und ganz ehrlich?

Viele von ihnen wirken auf mich tiefer mit sich verbunden als jemals zuvor.

Vielleicht beginnt die eigentliche Freiheit erst jetzt

Ich bin 62 Jahre alt.

Und nein, ich habe meinen Zyklus nie besonders zelebriert.

Ein paar Hitzewallungen in den Wechseljahren – das war es auch schon.

Aber heute beschäftigt mich etwas ganz anderes.

Wie möchte ich die nächsten Jahre leben?

Welche Abenteuer warten noch auf mich?

Was möchte ich endlich tun, statt nur darüber nachzudenken?

Worauf warte ich eigentlich noch?

Denn genau das ist für mich die entscheidende Frage.

Nicht, ob meine Gebärmutter noch einen Zyklus hat.

Sondern ob ich mein Leben lebe.

Ob ich neugierig bleibe.

Ob ich mich noch überraschen lasse.

Ob ich den Mut habe, neue Wege zu gehen.

Die Weisheit der zweiten Lebenshälfte

Vielleicht haben wir Frauen nach den Wechseljahren keinen monatlichen Zyklus mehr.

Aber wir haben etwas anderes.

Lebenserfahrung.

Tiefe.

Gelassenheit.

Klarheit.

Wir wissen oft besser als früher, wer wir sind.

Was wir wollen.

Und was wir nicht mehr bereit sind hinzunehmen.

Unsere Kraft liegt vielleicht nicht mehr in der Fruchtbarkeit.

Aber sie liegt in der Freiheit.

In der Fähigkeit, unser Leben bewusst zu gestalten.

In der Erkenntnis, dass wir niemandem mehr etwas beweisen müssen.

Wir brauchen neue Geschichten über Frauen ab 50

Ich wünsche mir mehr Geschichten über Frauen in der zweiten Lebenshälfte.

Nicht nur über Anti-Aging.

Nicht nur darüber, wie wir jung bleiben können.

Sondern darüber, wie wir lebendig bleiben.

Über Frauen, die mit 60 noch einmal neu anfangen.

Die reisen.

Die schreiben.

Die gründen.

Die tanzen.

Die lieben.

Die ihren eigenen Weg gehen.

Und die dabei nicht weniger weiblich sind als früher.

Sondern vielleicht mehr denn je.

Unsere Weiblichkeit endet nicht mit den Wechseljahren

Vielleicht ist es an der Zeit, Weiblichkeit größer zu denken.

Größer als Hormone.

Größer als Fruchtbarkeit.

Größer als einen monatlichen Zyklus.

Denn unsere Seele kennt keinen Zykluskalender.

Unsere Intuition verschwindet nicht mit der letzten Blutung.

Unsere Tiefe endet nicht mit den Wechseljahren.

Und unser Wert als Frau ganz sicher auch nicht.

Vielleicht beginnt genau jetzt eine neue Form von Weiblichkeit.

Freier.

Wilder.

Unabhängiger.

Und vielleicht sogar ehrlicher als alles, was vorher war.

Deshalb frage ich dich heute:

Wenn wir nicht mehr darauf warten müssen, dass jemand unsere Lebensphase sichtbar macht …

Wenn wir nicht mehr darauf warten müssen, dass uns jemand die Erlaubnis gibt …

Wenn wir nicht mehr darauf warten müssen, dass der richtige Zeitpunkt kommt …

Na, worauf warten wir eigentlich?

Na, worauf wartest du eigentlich?
Manchmal braucht es keinen Neuanfang.
Sondern nur den Mut, wieder neugierig auf das eigene Leben zu werden.
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